Artikel: Barrierefreier Bahnhof für Friedrichsdorf
Die Deutsche Bahn AG (DB InfraGO), das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der Verkehrsverband Hochtaunus und die Stadt Friedrichsdorf haben heute gemeinsam die Verkehrsstation Friedrichsdorf nach umfassender Modernisierung eröffnet.
Seit Anfang März ermöglichen zwei neue Aufzugsanlagen den stufenfreien Zugang zu allen Bahnsteigen. Neben dem barrierefreien Zugang wurden Bahnsteige erhöht und modernisiert, neue Bahnsteigdächer errichtet, die Ausstattung erneuert, taktile Leitsysteme für sehbehinderte Menschen installiert und mehrere Fahrradabstellanlagen geschaffen. Für Reisende bedeutet dies kürzere Wege, mehr Komfort beim Ein- und Ausstieg, ein angenehmeres Ambiente und eine deutlich verbesserte Kundeninformation. Die neuen Lichtanlagen erhöhen das subjektive Sicherheitsgefühl.
Der Finanzierungsrahmen für die Modernisierung der Verkehrsstation Friedrichsdorf liegt bei rund 32, 1 Millionen Euro. Er verteilt sich auf Eigenmittel der Bahn, leistungs- und finanzierungsvereinbarte Bundesmittel sowie Beiträge des Landes Hessen, des RMV, der Stadt Friedrichsdorf und des Verkehrsverbands Hochtaunus. Gemeinsam investieren die Partner damit in eine robuste Infrastruktur, die den wachsenden Anforderungen im Regionalverkehr gerecht wird und die Anbindung Friedrichsdorfs im Rhein-Main-Gebiet nachhaltig stärkt.
„Mit dem barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Friedrichsdorf stärken wir die klimafreundliche Mobilität in der Region und schaffen ein deutliches Plus an Komfort und Sicherheit für alle Reisenden. Die neuen Aufzüge, modernisierte Bahnsteige und eine zeitgemäße Personenunterführung machen die Station fit für die kommenden Jahrzehnte und sind ein gemeinsamer Erfolg von Bahn, Land, Region und Kommune“, sagt Ismail Ertug, Konzernbevollmächtigter für das Land Hessen, Deutsche Bahn AG.
„Friedrichsdorf ist ein wichtiger Verkehrsknoten im RMV-Netz, dessen Bedeutung mit der geplanten S5-Verlängerung nach Usingen und der angestrebten Verlängerung der RB16 nach Bad Homburg künftig noch wachsen wird. Hier treffen S-Bahn, Regionalzüge und Buslinien aufeinander. Hinzu kommen Angebote wie Park+Ride, Bike+Ride und das flux E-Bike-Sharing vom RMV, die eine flexible Kombination verschiedener Verkehrsmittel ermöglichen. Mit der Modernisierung wird der Bahnhof nun den Anforderungen an einen attraktiven Mobilitätsknotenpunkt gerecht“,“ sagt Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbundes.
„Der neue Bahnhof ist ein großer Gewinn für Friedrichsdorf. Er ist moderner, heller, sicherer und endlich barrierefrei – für Pendlerinnen und Pendler, für Familien mit Kinderwagen, für ältere Menschen und für unsere Gäste. Die lange Bauzeit war für viele eine Belastung, umso mehr freue ich mich, dass wir nun gemeinsam das Ergebnis sehen können und Friedrichsdorf einen zeitgemäßen Bahnhof hat“, sagt Lars Keitel, Bürgermeister der Stadt Friedrichsdorf.
Derzeit werden dort noch Fliesenarbeiten ausgeführt, die voraussichtlich bis Mitte Oktober abgeschlossen sein sollen. Ergänzend werden Außenanlagen, Fahrradabstellanlagen, Beleuchtung, Geländer, Handläufe sowie Asphalt- und Bodenbeläge fertiggestellt. Alle Arbeiten finden ohne Einschränkung des barrierefreien Bahnbetriebs.
Während der Bauzeit kam es mehrfach zu Verzögerungen. Beim vorgesehenen Einbau der neuen Betonteile der Personenunterführung zeigte sich, dass die Bodensubstanz nicht ausreichend tragfähig war. Dadurch mussten Bauabläufe angepasst, zusätzliche Planungen vorgenommen und neue Sperrpausen im Bahnverkehr organisiert werden. Die provisorische Personenüberführung blieb länger in Betrieb, um den sicheren Zugang zu den Bahnsteigen und die Verbindung zwischen den Stadtteilen zu gewährleisten. Zusätzlich wirkten sich Material-, Kapazitäts- und Dienstleisterengpässe auf den Bauablauf aus.