Alle Tunnelbauleistungen für die 2. Stammstrecke sind vergeben

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Visualisierung der Querung Berg-am-Laim-Straße. Quelle: DB InfraGO
16. Juli 2026, 10:00 Uhr
München
DB InfraGO vergibt letztes Tunnelbaulos im Münchner Osten  • Bauarbeiten starten am 20. Juli 

Die DB InfraGO hat die Bauoption für das letzte Tunnelbaulos der 2. Stammstrecke München abgerufen. Damit sind nun sämtliche Tunnelbauleistungen des Großprojekts vertraglich vereinbart. Das Baulos VE734 umfasst den Tunnelabschnitt zwischen dem neuen unterirdischen S-Bahnhof der 2. Stammstrecke am  Münchener Ostbahnhof und der Berg-am-Laim-Straße einschließlich des Rettungsschachts 9. 

Die Vergabe erfolgte im Partnerschaftsmodell Schiene, bei dem Auftraggeber, Planer und Bauunternehmen frühzeitig und eng zusammenarbeiten, um Kosten und Zeitplan stabil zu halten. In diesem Fall waren die beteiligten Firmen bereits seit 2025 eingebunden, weshalb die Bauarbeiten durch Auslösung der Bauoption bereits zeitnah am 20. Juli starten können. Das Auftragsvolumen liegt im mittleren dreistelligen Millionenbereich. 

Den Zuschlag für den Tunnelbau erhielt Wayss & Freytag Ingenieurbau AG. Weitere Leistungen übernehmen die PORR GmbH & Co. KGaA und die PORR Spezialtiefbau GmbH in den Bereichen Grundwasserhaltung, Ingenieurbau und Spezialtiefbau. Die Planungsleistungen gingen an die Ingenieurgemeinschaft SSF/ILF.

„Die 2. Stammstrecke nimmt immer mehr Fahrt auf. Schon bald starten wir im Westen mit dem ersten Tunnelvortrieb in Richtung Innenstadt. Mit der Vergabe des Bauloses VE734 haben wir es geschafft, für alle Tunnelleistungen Baufirmen zu finden. Mit dem Tunnelbau unter dem stark befahrenen Gleisfeld des Ostbahnhofs liegt dabei eine der technisch anspruchsvollsten Aufgaben vor uns“, sagt Kai Kruschinski, Gesamtprojektleiter der 2. Stammstrecke.

Visualisierung der Querung Berg-am-Laim-Straße
Visualisierung der Querung Berg-am-Laim-Straße. Quelle: DB InfraGO
Visualisierung der Querung Berg-am-Laim-Straße
Quelle: DB InfraGO
Visualisierung der Querung Berg-am-Laim-Straße. Quelle: DB InfraGO

Tunnelbau unter 16 Gleisen

Ab 2028 entstehen unter dem Gleisfeld des Ostbahnhofs rund 500 Meter lange und bis zu 23 Meter tief liegende Tunnel. Die Arbeiten erfolgen in einem besonders sensiblen Bereich: Über dem Tunnel verlaufen 16 Gleise, darunter der europäische Scan-Med-Korridor. Der Bahnverkehr soll während der Bauzeit uneingeschränkt weiterlaufen.

Zum Auftrag gehören neben dem Tunnelbau umfangreiche Spezialtiefbau-, Ingenieur- und Straßenbauarbeiten. Zudem werden Baugruben, Düker und weitere Infrastrukturanlagen hergestellt.

Ein zentrales Bauwerk ist der rund 65 Meter lange und etwa 20 Meter tiefe Rettungsschacht 9. Während der Bauzeit dient er als Startschacht für den Tunnelvortrieb, später als Rettungsbauwerk.

An der Berg-am-Laim-Straße entsteht außerdem ein rund 56 Meter langes und 25 bis 30 Meter breites Querungsbauwerk. Die bis zu 16 Meter tiefe Baugrube wird in Deckelbauweise errichtet. So kann der Straßenverkehr nach Herstellung des Deckels oberhalb der Baustelle fließen, während darunter weitergebaut wird.

Grundwasserhaltung mit 50 Brunnen

Für die Grundwasserhaltung werden insgesamt 50 Brunnen eingerichtet. Über die gesamte Bauzeit werden voraussichtlich rund 4,2 Millionen Kubikmeter Wasser gefördert – etwa so viel wie der Inhalt von 1.700 olympischen Schwimmbecken.

Für das Baulos VE734 arbeiten 170 Spezialisten im Projektteambestehend aus DB, Baufirmen und Planern zusammen. Hinzu kommen in den verschiedenen Bauphasen noch weitere zahlreiche Beschäftigte der beteiligten Bauunternehmen.

Mit der 2. Stammstrecke stärken DB, Bund, Freistaat und Stadt München den Nahverkehr nachhaltig. Das Projekt erweitert die S-Bahn-Kapazität, verbessert die Pünktlichkeit und schafft die Voraussetzung, um mehr Menschen für einen umweltfreundlichen Nahverkehr zu gewinnen.